16. Januar 2020 Werner Schön

Kortison

Das Kortison gehört nach wie vor unumstritten zu den wirksamsten Medikamenten gegen die Symptome der Neurodermitis und Schuppenflechte. Um aus dem Schub so rasch wie möglich wieder herauszukommen und den Teufelskreis „Hautausschlag – Juckreiz – Kratzen – Hautbarriere gestört – neue Entzündung – Juckreiz – Kratzen“ zu durchbrechen, ist es wichtig, sobald als möglich mit der Cortison-Behandlung zu beginnen.

Cortison ist ein Überbegriff für eine Gruppe von Wirkstoffen, den sogenannten Kortikoiden (auch unter Kortikosteroide und Glukokortikoide bekannt). Cortison ist eigentlich ein körpereigenes Hormon, welches von der Nebennierenrinde hergestellt und für die Hormonsteuerung im Körper zuständig ist. Seit einigen Jahrzehnten wird Cortison auch synthetisch hergestellt und sehr effektiv bei diversen Hautkrankheiten eingesetzt.

Kortisonhaltige Salben, Cremes und Lotionen können Hautausschläge sehr wirksam lindern. Daher eignen sie sich vor allem zur Behandlung entzündlicher Hauterkrankungen wie Neurodermitis, anderer Ekzeme oder Schuppenflechte. Bei vielen anderen Hautkrankheiten sind sie jedoch unnütz oder schädlich. Akne, Rosazea und Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Hautpilz können durch kortisonhaltige Medikamente sogar verstärkt werden. Daher ist eine genaue Diagnose wichtig, bevor man zu kortisonhaltigen Mitteln greift.

Mögliche Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen einer äußerlichen Kortisonbehandlung sind Haarwurzelentzündungen, leichte Pigmentstörungen der Haut (weiße Flecken) und die Bildung von Dehnungsstreifen („Schwangerschaftsstreifen“). Viele fürchten sich vor allem vor der hautverdünnenden Wirkung. Eine Hautverdünnung kann sich zum Beispiel durch spinnennetzartig erweiterte Äderchen äußern, die auf der Haut sichtbar werden (Teleangiektasie). Bei richtiger Anwendung ist das Risiko für diese und andere Nebenwirkungen aber sehr gering. Außerdem kann sich die Haut erholen, wenn die Behandlung bei Anzeichen einer dünner werdenden Haut beendet wird.